Samstag, 25. Mai 2013, 09:39 UTC+1

Sie sind nicht angemeldet.

Neumi266

Unser gemütlicher Moderator

Beiträge: 15 441

Wohnort: Senftenberg

Beruf: Maschinist

21

Freitag, 1. Juli 2011, 19:22

England müht sich zum ersten Sieg

Englands Fußball-Frauen haben das Viertelfinale der WM wieder im Visier. Vier Tage nach dem Remis gegen Mexiko kam der EM-Zweite in Dresden gegen Außenseiter Neuseeland zu einem glücklichen 2:1 (0:1)-Erfolg. Mit ihrem Siegtreffer in der 81. Minute verhinderte Jessica Clarke einen erneuten Rückschlag für England und zugleich den ersten Punktgewinn für den Ozeanien-Meister bei einer WM. Vor 19.110 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion hatte Sarah Gregorius Neuseeland in der 18. Minute mit 1:0 in Führung gebracht. Jill Scott köpfte das 1:1 (63.) für England.
Sowohl für Neuseeland, noch mehr jedoch für England, ging es nach dem vorzeitigen Viertelfinal-Einzug von Japan im zweiten Gruppenspiel schon um Alles oder Nichts. So übernahm ihr Team denn auch nach einer Viertelstunde die Initiative auf dem Spielfeld. Die Engländerinnen boten die reifere Spielanlage und kamen durch Eniola Aluko immer wieder über die linke Seite. Im Sturmzentrum sorgte Kelly Smith für Unruhe.
Dem abgeklärten Spiel setzten die Neuseeländerinnen Fußball mit Herz entgegen. Und ein gelungener Angriff genügte, um die Partie auf den Kopf zu stellen. Nach einer Hereingabe von Amber Hearn war Gregorius energischer als die gegnerischen Innenverteidigerinnen und erzielte aus kurzer Entfernung das 1:0 .

Scott flankt, Scott trifft
Auch danach blieb der EM-Zweite die dominierende Mannschaft. Doch die Schüsse von Smith oder Rachel Yankey verfehlten jeweils das Tor. Nach der Pause erhöhte England den Druck weiter. Der Ozeanien-Meister konnte sich nur noch selten aus der eigenen Hälfte lösen. Dies zahlte sich in der 63. Minute aus: Jill Scott köpfte den Ball nach einer Flanke von Alex Scott zum 1:1 ins Tor. Neun Minuten vor Schluss sorgte dann die eingewechselte Clarke für die Entscheidung.

http://www.fussball.de/england-mueht-sic…_47646944/index
  • Zum Seitenanfang

Neumi266

Unser gemütlicher Moderator

Beiträge: 15 441

Wohnort: Senftenberg

Beruf: Maschinist

22

Sonntag, 3. Juli 2011, 07:15

USA stürmen ins Viertelfinale

Titelkandidat USA ist locker vorzeitig ins Viertelfinale der WM 2011 eingezogen. Der zweifache Champion und Weltranglisten-Erste bezwang in seinem zweiten Spiel der Gruppe C WM-Neuling Kolumbien mit 3:0 (1:0). Heather O'Reilly (12. Minute), Megan Rapinoe (50.) und Carli Lloyd (57.) sorgten für den ungefährdeten Sieg des haushohen Favoriten in Sinsheim.
Kolumbien, das zwei Niederlagen auf dem Konto hat, muss dagegen nach der abschließenden Gruppenpartie die Koffer packen.

Kolumbiens Trainer wirbelt die Startelf durcheinander
Die USA hätten bei konsequenterer Chancenverwertung vor 25.475 Zuschauern in der erneut ausverkauften Rhein-Neckar-Arena auch zweistellig gewinnen können. Die sich lange tapfer wehrenden Südamerikanerinnen waren bei idealem Fußballwetter nicht mehr als ein Sparringspartner vor der abschließenden Partie gegen Schweden, in der den USA ein Unentschieden zum Gruppensieg reicht
US-Trainerin Pia Sundhage veränderte ihr Team nur auf einer Position, obwohl sie im Vorfeld mehrere Wechsel angedeutet hatte. Lori Lindsey kam im Mittelfeld für Shannon Boxx. Dagegen baute Kolumbiens Coach Ricardo Rozo seine halbe Mannschaft um. Jungstar Yoreli Rincón ersetzte er durch die schnellere, in den USA spielende Liana Salazar. Zudem rückten Fatima Montano sowie die beim 0:1-Auftakt gegen Schweden eingewechselten Catalina Usme, Yulieht Dominguez und Katerin Castro in die Startelf.

Amerikanerinnen lassen viele Chancen liegen
Die USA bestimmten das Spielgeschehen von Beginn an. Praktisch pausenlos setzten sie den Gegner unter Druck, der kaum zu Entlastungsangriffen kam. Allerdings ließen die Stars & Stripes schon im ersten Durchgang hochkarätige Chancen ungenutzt.
Amy Rodriguez gleich dreimal (3./7./10.), Abby Wambach (7./30.), Heather O'Reilly (22.) und Lauren Cheney (36.) vergaben teilweise äußerst fahrlässig oder stümperhaft und scheiterten zudem mehrfach an Torhüterin Sandra Sepulveda. So blieb es beim hochverdienten 1:0 nach O'Reillys tollem Distanzschuss.

US-Trainerin schont ihre Stars
Nach dem Seitenwechsel setzten die USA ihren Sturmlauf mit mehr Erfolg fort: Nach den beiden frühen Treffern durch die eingewechselte Rapinoe und Lloyd war der Widerstand der Kolumbianerinnen weitgehend gebrochen. Aber der dreifache Olympiasieger vergab weitere gute Möglichkeiten. Angesichts der Dominanz konnte es sich Sundhage sogar leisten, ihre Stützen O'Reilly und Rodriguez früh auszuwechseln. Immerhin konnte Orianica Velasquez US-Keeperin Hope Solo mit einem strammen Schuss einmal ernsthaft prüfen (54.).

http://www.fussball.de/wm-2011-usa-stuer…_47662690/index
  • Zum Seitenanfang

Neumi266

Unser gemütlicher Moderator

Beiträge: 15 441

Wohnort: Senftenberg

Beruf: Maschinist

23

Sonntag, 3. Juli 2011, 07:17

Nordkorea ausgeschieden

Schwedens Fußball-Minimalistinnen stehen bei der WM 2011 bereits im Viertelfinale. Vier Tage nach dem 1:0 gegen Kolumbien bezwangen die Skandinavierinnen um ihren glücklosen Stürmerstar Lotta Schelin Nordkorea ebenfalls mit 1:0 (0:0). Für das entscheidende Tor sorgte Lisa Dahlkvist in der 64. Minute.
Die hoch gewetteten Nordkoreanerinnen dagegen haben nach der zweiten Pleite im zweiten Spiel keine Chance mehr auf die K.-o.-Runde. Sie müssen nach Ende der Vorrunde die Heimreise antreten.

Schwedinnen mit Blitz-Start
"Es läuft alles ziemlich gut für uns", hatte Schwedens Trainer Thomas Dennerby nach dem mühevollen, aber in der schweren Gruppe C umso wichtigeren 1:0-Auftaktsieg gegen Kolumbien erkannt. Doch auch gegen das Team aus Fernost hatten die Skandinavierinnen, die bislang bei allen WM-Titelkämpfen vertreten waren, zunächst ihre liebe Mühe. Zwar hatte Schelin vor 23.768 Zuschauern in der gut gefüllten Augsburger WM-Arena schon in der 2. Minute nach dem Fehler von Innenverteidigerin Ri Un-Hyang eine gute Einschusschance, doch Schwedens Sturmführerin vergab.
Nach diesem Weckruf zogen aber erst einmal die Asiatinnen ihr rasantes Kurzpassspiel auf. Wiederholt kam Nordkorea nun gefährlich vor das Tor von Hedwig Lindahl, doch die in den ersten 30 Minuten omnipräsente Kim Su-Gyong scheiterte per Weitschuss (6.) und per Kopf (16.) knapp.

Schelin vergibt erneut
Schweden beschränkte sich zunächst darauf, die Asiatinnen in Schach zu halten. Nach einer halben Stunde lag dann jedoch die Führung in der Luft, doch Alleinunterhalterin Schelin vergab (30.) nach feiner Vorarbeit von Spielführerin Caroline Seger. Nur sechs Minuten später sorgte erneut Schwedens Stürmerstar für Gefahr vor dem Tor der nun passiveren Nordkoreanerinnen.
Nach dem Wechsel ließ Nordkorea wie schon gegen die USA nach, das Team offenbarte erneut erstaunliche konditionelle Mängel. Doch Schweden konnte aus seinem Übergewicht zunächst kein Kapital schlagen, Dahlkvist ließ kurz nach der Pause eine gute Gelegenheit liegen. Wenig besser machte sie es dann aber besser und sorgte für die Entscheidung. Zwar hatten die Schwedinnen noch einige Schrecksekunden zu überstehen, es reichte aber zum knappen Sieg.

http://www.fussball.de/wm-2011-nach-plei…_47660712/index
  • Zum Seitenanfang

Neumi266

Unser gemütlicher Moderator

Beiträge: 15 441

Wohnort: Senftenberg

Beruf: Maschinist

24

Sonntag, 3. Juli 2011, 21:10

Spielerin fängt Ball, Schiedsrichterin pfeift nicht

Was für eine unglaubliche Szene in der Partie Australien gegen Äquatorialguinea: In der 16. Minute schießt Australiens Leena Khamis den Ball beim Stand von 1:0 an den linken Pfosten. Das Spiel geht weiter, der Ball prallt direkt zu Verteidigerin Bruna. Die schlägt ihn jedoch nicht weg, sondern nimmt ihn im Fünfmeterraum in die Hand. Eine Sekunde, zwei Sekunden. Dann lässt sie die Kugel fallen. Elfmeter für Australien - klarer Fall. Eigentlich. Doch Schiedsrichterin Gyoengyi Gaal aus Ungarn lässt weiterspielen.
Das Publikum pfeift, die Australierinnen protestieren, ihr Trainer Tom Sermanni schimpft an der Seitenlinie. Aber nichts passiert. Zum Glück für die Unparteiische gewann Australien die Partie mit 3:2, dennoch dürften ihre Chancen auf weitere Auftritte bei diesem Turnier gen Null tendieren. Die ehemalige Weltklassetorhüterin Silke Rottenberg sagte im ZDF: „Unglaublich. Solche Fehler dürfen nicht passieren. Das kann man nicht verstehen.“

Statement der FIFA
Der Weltverband FIFA sah sich gezwungen, vor der Pressekonferenz ein Statement verlesen zu lassen. "Wir wissen alle, dass es eine Episode gab. Wir haben mit der Schiedsrichterin gesprochen. Sie sagt, dass es ihr sehr leid tut, dass sie das klare Handspiel nicht gesehen hat", teilte Karen Espelund, die für das Spiel zuständige FIFA-Offizielle, mit.
Bereits am Donnerstag hatte die Leistung einer weiteren Schiedsrichterin beim zweiten deutschen Gruppenspiel gegen Nigeria (1:0) erheblichen Unmut bei den Frauen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ausgelöst. Cha Sung Mi aus Südkorea ließ die harten Attacken der Afrikanerinnen fast durchgehend ungesühnt.

Khamis erzielt ersten WM-Treffer Australiens
Durch den knappen Sieg hat Australien die Chance auf den Einzug ins WM-Viertelfinale gewahrt. Vier Tage nach der Auftaktniederlage gegen Brasilien wurde der Weltranglistenelfte. seiner Favoritenrolle allerdings nur mit Mühe gerecht. Vor 15.640 Zuschauern in Bochum sorgten Khamis (8.), Emily Van Egmond (48.) und Lisa de Vanna (51.) für den verdienten Sieg über den Fußballzwerg aus Westafrika. Zwar bot der Außenseiter um die Torschützin und künftige Potsdamerin Genoveva Anonma (21./83.) wie schon beim knappen 0:1 gegen Norwegen eine ordentliche Vorstellung, hat aber nur noch minimale Chancen auf das Viertelfinale.
Die in der Weltrangliste 50 Plätze besser platzierten Australierinnen erwischten einen Start nach Maß. Gleich die erste Chance führte zum 1:0: Nach sehenswertem Zuspiel von van Egmond auf Heather Garriock war Khamis aus kurzer Distanz zur Stelle. Später traf die Torschützin noch den Pfosten. Das anschließende und nicht geahndete Missgeschick von Bruna sorgte für einen Bruch im Spiel Australiens.

Anonma sorgt für Spannung
Einen groben Fehler in der Hintermannschaft Australiens nutzte Anonma. Sie umkurvte Australiens Torfrau Lydia Williams, traf ins leere Tor und brachte ihr Team damit zurück ins Spiel. Zwar drängten die "Matildas" danach mit Macht auf den zweiten Treffer, konnten aber bis zur Pause keine der vielen Möglichkeiten nutzen.
Erst nach Wiederanpfiff schlug das Team von Trainer Tom Sermanni aus seiner Überlegenheit Kapital. Ein Doppelschlag binnen drei Minuten sorgte für die Vorentscheidung. Das Zuspiel von Khamis nutzte van Egmond mit einem Schuss aus zwölf Metern zur erneuten Führung Australiens. Kurze Zeit später war die zur Pause eingewechselte de Vanna zur Stelle. Der Vorsprung verleitete jedoch zu Leichtsinn. Mit ihrem zweiten Treffer sorgte Anonma nochmals für Spannung. Doch Australien brachte den Sieg ins Ziel.

http://sport.t-online.de/schiedsrichter-…_47669060/index
  • Zum Seitenanfang

Neumi266

Unser gemütlicher Moderator

Beiträge: 15 441

Wohnort: Senftenberg

Beruf: Maschinist

25

Sonntag, 3. Juli 2011, 21:15

Brasilien lässt Norwegen keine Chance

Weltfußballerin Marta hat Titelfavorit Brasilien mit einer Gala-Vorstellung ins Viertelfinale geführt, doch ihre Sympathien hat die Ausnahmekönnerin erst einmal verspielt: Mit zwei Treffern und einer Vorlage beim 3:0 (1:0)-Erfolg gegen Norwegen unterstrich die 25-Jährige die brasilianischen Ansprüche auf den ersten WM-Titel, doch das umstrittene Tor der Stürmerin zum 1:0 hinterließ einen faden Beigeschmack und sorgte auf den Rängen für große Empörung.
Dem Führungstreffer Martas in der 22. Minute war ein klares Foulspiel vorangegangen, in dessen Folge die vor dem Anpfiff noch mit Sprechchören gefeierte und frenetisch beklatschte Vorzeigespielerin vom Wolfsburger Publikum ausgepfiffen wurde. Rosana (46.) und erneut Marta (48.) stellten den Endstand her und sorgten zumindest dafür, dass das umstrittene Tor nicht spielentscheidend wurde.

Brasilien spielt mit Libera
Vor 26.067 Zuschauer in der ausverkauften Wolfsburger WM-Arena spielten sowohl die Brasilianerinnen, die erneut mit Daiane auf der Liberaposition begannen, als auch die Norwegerinnen, bei denen die Wolfsburgerin Leni Larsen Kaurin von Beginn an in der Startformation stand, mutig nach vorne. Bereits nach 31 Sekunden schoss Rosana das erste Mal auf das norwegische Tor. Auf dem schwierig zu bespielenden Rasen verflachte das Spiel danach allerdings zusehends.
Die erste hochkarätige Möglichkeit vergab Madeleine Giske, deren zu unplatzierter Schuss aber in den Händen von Andreia landete. Der umstrittene Treffer brachte die Brasilianerinnen dann allerdings in Führung. Marta gewann ein Laufduell gegen die norwegische Verteidigerin Nora Holstad Berge nur mit unfairen Mitteln und vollendete danach ihr Solo aus kurzer Distanz zum 1:0.

Doppelschlag bringt Entscheidung
Nach der Halbzeit zeigten die Brasilianerinnen dann mit einem Doppelschlag ihre ganze Klasse. Nach einem schönen Solo von Marta und perfekter Vorarbeit musste Rosana aus kurzer Distanz nur noch vollenden. Während die Norwegerinnen noch dem 0:2 hinterher trauerten, besorgte Marta nach einiger Konfusion im norwegischen Strafraum selbst das 3:0. In der Folge fanden die vom Publikum unterstützten Norwegerinnen nicht mehr zu ihrem Spiel, während Brasilien die Begegnung kontrollierte. Marta vergab in der 68. Minute sogar noch eine Großchance zu ihrem dritten Tor, als sie einen Konter zu spät abschloss.

Ein Punkt fehlt zum Gruppensieg
Damit kann der Olympiazweite aus Brasilien mit sechs Punkten aus zwei Spielen nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze der Gruppe D verdrängt werden. In der abschließenden Vorrundenbegegnung gegen die mit Blick auf das Viertelfinale chancenlose Mannschaft aus Äquatorial-Guinea braucht der Südamerikameister nur noch einen Punkt, um sicher Gruppensieger zu werden.
Dagegen kommt es am kommenden Mittwoch zwischen Norwegen und Australien zu einem Endspiel um den Einzug ins Viertelfinale. Beide Teams liegen mit drei Zählern punktgleich hinter den Brasilianerinnen, allerdings reicht Australien aufgrund der besseren Tordifferenz bereits ein Unentschieden zur Qualifikation.

http://www.fussball.de/frauen-wm-2011-br…_47674394/index
  • Zum Seitenanfang

Neumi266

Unser gemütlicher Moderator

Beiträge: 15 441

Wohnort: Senftenberg

Beruf: Maschinist

26

Mittwoch, 6. Juli 2011, 15:13

"Die Mannschaft ist im Turnier angekommen"

Beim WM-Auftaktspiel vor neun Tagen im Berliner Olympiastadion hatte die deutsche Mannschaft schon mal im Großmaßstab probejubeln dürfen. Das ganze Programm samt Ehrenrunde und der Welle. Aber erst jetzt, nach dem 4:2 (2:0)-Sieg gegen Frankreich im Endspiel um Rang eins in der Gruppe A, war es kein Selbstläufer einer feierwütigen Fan-Masse, sondern das wirkliche Ding: Mit einem wirklich tollen Spiel, einem wirklich wichtigen Sieg gegen eine wirklich gute Mannschaft. Und einem wirklich guten Publikum in Mönchengladbach, dass sich vom Spektakel eines Fußballspiels mitreißen ließ und fachkundig zur Kenntnis nahm: Mit dieser DFB-Elf ist bei der WM 2011 zu rechnen. Oder wie Bundestrainerin Silvia Neid es formulierte: "Die Mannschaft ist im Turnier angekommen."
Möglicherweise wird dieser Sieg über Frankreich in der Rückschau sogar noch zum definierenden Moment für diese deutsche Truppe. Denn obwohl die DFB-Elf schon vorher fürs Viertelfinale qualifiziert war, hatte sie doch mehr zu verlieren als nur den Gruppensieg, mit dem sich nun ein haariges Halbfinale gegen den Topfavoriten Brasilien vermeiden lässt. Vielmehr ist es ein wichtiger Erfolg fürs angekratzte Selbstvertrauen und ein klares Signal der Stärke an die potenziellen Herausforderer.

Die Minikrise überwunden
Durch die mageren Auftritte gegen Kanada und Nigeria hatte das viel zitierte Bild vom zweiten Sommermärchen zuletzt allerhand Risse bekommen. Die Spielerinnen begannen, leise an sich zu zweifeln: Der Start in die WM spiegelte ganz und gar nicht die glänzende Turnier-Vorbereitung wider, und die Konkurrenz nahm diese Minikrise bereits wohlwollend zur Kenntnis. Aus und vorbei, Deutschland ist zurück auf Start. Mit dem über weite Strecken erfrischenden Offensivspiel gegen den Geheimfavoriten Frankreich hat das Neid-Team in die Spur und zu alter Stärke zurück gefunden. "Von der ersten Minute an haben wir wie befreit aufgespielt", urteilte die Bundestrainerin.

Prinz verzichtet freiwillig
Besser noch: Rechtzeitig vor der entscheidenden Phase des Turniers steht nun endlich die Startelf: "Wir haben uns gefangen und als Mannschaft gefunden. Das ist das Wichtigste", sagte Inka Grings, die mit ihren beiden Treffern und einer starken spielerischen Leistung großen Anteil daran hatte. Sie selbst wird nun ein fester Bestandteil des Teams sein, auf Kosten von Birgit Prinz. Die formschwache Rekordnationalspielerin hat auf der Zielgeraden einer tollen Karriere ihre Rolle als Platzhirsch zugunsten des Teams aufgegeben und wird versuchen, als Joker und abseits des Rasens bei der Titelverteidigung zu helfen.
Grings kam für Prinz ins Team, aber die Position der Kapitänin auf dem Platz übernahm Celia Okoyino da Mbabi. Allein ihr raumöffnenden Weltklassepass auf Lira Bajramaj in der ersten Halbzeit beweist, dass sie auf der 10,5 - also offensiv hinter der Spitze - ihre Bestimmung gefunden hat. Dort kann sie ihre Übersicht ausspielen. Zeit zum Toreschießen bleibt immer noch, wie beim 4:2-Schlusspunkt gegen Les Bleus zu sehen war.
Dagegen hat Bajramaj ihre Startelfchance nicht überzeugend genutzt. Zwar holte sie den Elfmeter vorm 3:1 raus und zeigte gute Ansätze. Aber Neids Urteil hört sich doch eher wie ein halbherziges Kompliment an: "Sie war sehr agil und zeigt aufsteigende Tendenz. Ab und zu war sie zu lange am Ball und hat zu spät abgespielt." Vermutlich wird sich das Postergirl der DFB-Auswahl wieder hinter Melanie Behringer einreihen müssen, sollte diese ihre Bänderdehnung rechtzeitig vorm Viertelfinale gegen Japan am Samstag auskurieren.

Kulig wird geschont
Das Gleiche gilt für Bianca Schmidt, die vermutlich wieder den Platz räumen muss für Linda Bresonik. Und auch für Lena Goeßling, die ihre Aufgabe gegen Frankreich im defensiven Mittelfeld ordentlich erledigte. Welchen Stellenwert ihr gegenüber aber Kim Kulig auf der Sechserposition bei der Bundestrainerin hat, wurde durch das Risiko offensichtlich, dass Neid einging, indem sie die von einer Gelbsperre bedrohte Abräumerin komplett für die K.-o.-Runde schonte. "Zur Halbzeit sollte Kim kommen, aber weil es 2:0 stand, habe ich mich anders entschieden", so Neid.

Neid: Leise Kritik an Schiedsrichterin
Letztlich ging dieser Aufstellungspoker auf - genau wie bei Simone Laudehr, die zur Pause ebenso auf der Bank Platz nahm wie später noch Annike Krahn - die dritte gefährdete Spielerin. Vermutlich eine kluge Entscheidung der Bundestrainerin, denn angesichts von fünf Gelben und einer Roten Karte gegen die französische Torhüterin Berangere Sapowicz in einem eigentlich sehr fairen Spiel war Neids Befürchtung durchaus berechtigt, der finnischen Schiedsrichterin Kirsi Heikkinen fehle Übersicht und Fingerspitzengefühl: "Sie hat mit den Karten ja nur so jongliert."

Defensivschwächen bringen Neid nicht aus der Ruhe
Dass trotz des Sieges immer noch nicht alles perfekt war beim deutschen Team, versteht sich von selbst. Schließlich musste die Mannschaft trotz Überzahl und mehrerer eigener Großchancen in der spektakulären letzten halben Stunde sogar noch um den verdienten Erfolg zittern. Aber weil die deutsche Auswahl über weite Strecken wieder auf ihrem alten Niveau angekommen war, zeigte sich nicht mal die Bundestrainerin ob der zwischenzeitlichen Defensivschwächen beunruhigt: "Die Gegentore fielen nach Standardsituationen. Da waren wir zwei Mal nicht aufmerksam genug. Darüber werden wir sprechen und hoffen, dass es nicht wieder passiert."

http://sport.t-online.de/frauen-wm-2011-…_47778226/index
  • Zum Seitenanfang

Neumi266

Unser gemütlicher Moderator

Beiträge: 15 441

Wohnort: Senftenberg

Beruf: Maschinist

27

Mittwoch, 6. Juli 2011, 15:16

Stromausfall! WM-Teams stehen im Dunkeln

Während die deutsche Nationalmannschaft in Mönchengladbach ein wahres Spektakel ablieferte, standen die Teilnehmer des anderen WM-Spiels der Gruppe A im Dunkeln: Weil für nur eine Sekunde in einem Dresdner Umschaltwerk der Strom ausfiel, gingen im Rudolf-Harbig-Stadion beim Spiel zwischen Kanada und Nigeria (0:1) plötzlich die Lichter aus. Die Partie musste wegen des sogenannten "Netzwischers" für knapp elf Minuten unterbrochen werden. Nachdem sich die Schiedsrichterin und die beiden Spielführerinnen beraten hatten, wurde das Spiel fortgesetzt, obwohl nur ein Teil der Lampen leuchtete. Erst in dieser Phase fiel das entscheidende Tor.
Stadiondirektor Winfried Naß entschuldigte sich nach der Partie bei den Fußballerinnen und den Zuschauern. "Warum das Notstromaggregat nicht sofort die Beleuchtung wieder hochgefahren hat, muss noch untersucht werden", sagte Naß. Zunächst hatte man nach dem Stromausfall eine Panne in der Stadionelektrik vermutet. Dann teilte jedoch der Energieversorger mit, der Fehler liege außerhalb der Arena.

"Dieser Fehler ist neu"
Das Notstromaggregat im Rudolf-Harbig-Stadion sei "irritiert" gewesen und habe das Flutlicht abgeschaltet, sagte Naß. "Dieser Fehler ist neu und bisher noch nie aufgetreten. Ich arbeite seit Jahren bei Sportveranstaltungen, aber sowas ist mir nicht bekannt. Wir müssen jetzt erst den Fehler finden. Daher wäre es vermessen zu sagen, dass dies nicht mehr passieren wird."

Das "Spiel der Enttäuschten"
Auf dem Rasen verabschiedeten sich Kanada und Nigeria mit einer versöhnlichen Leistung von der Frauenfußball-Weltmeisterschaft. Beide Teams hatten zuvor ihre Gruppenspiele gegen Frankreich und Deutschland verloren und waren damit bereits frühzeitig ausgeschieden.

http://sport.t-online.de/frauen-wm-2011-…_47779242/index
  • Zum Seitenanfang

Neumi266

Unser gemütlicher Moderator

Beiträge: 15 441

Wohnort: Senftenberg

Beruf: Maschinist

28

Donnerstag, 7. Juli 2011, 15:20

Norwegen nur Gruppen-Dritter

Australiens Fußball-Frauen haben als achtes und letztes Team das Viertelfinale der Frauen-WM in Deutschland erreicht. Die Australierinnen gewannen in Leverkusen mit 2:1 (0:0) gegen Norwegen und schlossen die Gruppe D als Zweiter hinter Brasilien ab, das zum Vorrundenabschluss in Frankfurt mit 3:0 (0:0) gegen Äquatorialguinea gewann. Die Brasilianerinnen treffen in der Runde der letzten Acht auf den Zweiten der Gruppe C, der im Duell zwischen Schweden und den USA ermittelt wird. Australien spielt gegen den Sieger dieser Gruppe.
Die als Mitfavorit gehandelten Norwegerinnen verpassten damit bei ihrer sechsten WM-Teilnahme erstmals die Runde der letzten Acht. Kyah Simon traf in der 57. und 87. Minute für die "Matildas", die zum zweiten Mal in Folge das Viertelfinale erreichten. Norwegen war durch Elise Thorsnes (56.) zunächst in Führung gegangen.

Norwegen startet nervös
Vor 18.474 Zuschauern begannen die unter Siegzwang stehenden Norwegerinnen nervös und leisteten sich zahlreiche Ballverluste. Erst über den Kampf fand der Favorit langsam ins Spiel. "Norwegen spielt wie Stoke City", hatte Australiens Trainer Tom Sermanni in Anlehnung an den rustikalen Stil des englischen Erstligisten schon vor Anpfiff gesagt.
Und der Schotte behielt recht: Die "Gresshoppene" ("Grashüpfer") warfen sich energisch in jeden Zweikampf. Die einzige Großchance der ersten Hälfte resultierte allerdings aus einem Patzer der australischen Abwehr: Servet Uzunlar segelte im eigenen Strafraum am Ball vorbei, Cecilie Pedersens Direktabnahme aus acht Metern flog knapp über die Latte (15.).

Norwegerinnen gehen in Führung
Anschließend verflachte die Begegnung zusehends, beiden Teams fehlten sowohl Ideen als auch Mut. Einzig zwei Distanzschüsse von Thorsnes (33./39.) sorgten für etwas Gefahr. Nach der Pause legte Norwegen die Zurückhaltung zunächst ab. Die Nordeuropäerinnen bestimmten die Begegnung und kamen nach einem erneuten Schnitzer in der australischen Abwehr zur verdienten Führung. Nach einem Missverständnis zwischen Uzunlar und der herausgeeilten Melissa Barbieri schnappte sich Thorsnes den Ball und drosch ihn aus fünf Metern ins leere Tor.

Außenseiter gleicht aus und erzielt den Siegtreffer
Im Gegenzug vertändelte Trine Rönning im eigenen Strafraum den Ball gegen Lisa de Vanna, die reaktionsschnell Simon bediente. Aus elf Metern ließ die Angreiferin Ersatztorhüterin Erika Skarbö, die zur Pause für die angeschlagene Ingrid Hjelmseth ins Spiel gekommen war, keine Chance.
Norwegen reagierte geschockt und überließ Australien das Feld, am Ende gelang dem Außenseiter sogar noch der Siegtreffer. Beste Spielerinnen bei Norwegen waren Thorsnes und die zweikampfstarke Maren Mjelde, bei Australien überzeugten die agile de Vanna sowie Kim Carroll.

http://www.fussball.de/frauen-wm-2011-au…_47802758/index
  • Zum Seitenanfang

Neumi266

Unser gemütlicher Moderator

Beiträge: 15 441

Wohnort: Senftenberg

Beruf: Maschinist

29

Donnerstag, 7. Juli 2011, 15:22

Schweden gelingt ein Riesencoup

Paukenschlag zum Abschluss der Gruppenspiele: Schweden schlug den Weltranglistenersten USA 2:1 (2:0) und sicherte sich damit den Sieg in Gruppe C. Somit kommt es bereits im Viertelfinale der Frauen-WM zum Hammer-Duell zwischen den USA und Brasilien, während die Schwedinnen auf den vermeintlich leichteren Gegner Australien treffen. In einer packenden Partie trafen Lisa Dahlkvist per Foulelfmeter (16.) und Nilla Fischer (35.) für die Skandinavierinnen, Abby Wambach gelang in der 67. Minute nur noch der Anschlusstreffer. Im zweiten, sportlich bedeutungslosen, Spiel trennten sich Nordkorea und Kolumbien vor nur 7805 Zuschauern 0:0.
Vor 23.468 Zuschauern, darunter die deutschen Nationalspielerinnen und Bundeskanzlerin Angela Merkel, spielten beide Mannschaften munter drauflos und boten eine abwechslungsreiche Begegnung, die zu den bisher besten der WM gehörte. Offensive war Trumpf, Torchancen gab es auf beiden Seiten.

LePeilbet mit viel Pech
Treffsicherer waren die Schwedinnen, auch wenn Lotta Schelin (7.) gleich in der Anfangsphase die beste Chance des gesamten Spiels vergab und allein vor dem Tor an US-Torfrau Hope Solo scheiterte. Nervenstärker war Dahlkvist, die den Strafstoß unhaltbar in die Maschen setzte, nachdem Amy LePeilbet zuvor Schelin gefoult hatte.
Geschockt wirkten die US-Frauen spätestens, als Nilla Fischers Freistoß von der unglücklichen LePeilbet ins eigene Tor abgefälscht wurde. Dabei hatten sie kurz zuvor durch Amy Rodriguez' Heber auf die Latte ihre beste Chance vergeben.

Wambach mit der Schulter
Eine lange Zeit enttäuschende Partie erlebte Wambach. Die bisher glücklose Torjägerin war sehr bemüht, immer anspielbar und spielte ein paar kluge Pässe. Doch vor dem Tor wirkte sie glücklos, bis ihr doch der Anschlusstreffer gelang. Von ihrer Schulter sprang der Ball bei einem Kopfballversuch ins Netz.
Die Schwedinnen spielten zwar ohne die gesperrte Caroline Seger, agierten aber eine Stunde lang druckvoller. Sie attackierten das US-Team früh und zwangen den Favoriten immer wieder zu Fehlern. Mit ihren flotten Angriffen brachten die Skandinavierinnen den Gegner wiederholt in Bedrängnis. Auch nach dem Gegentor blieben sie durch Konter stets gefährlich.

http://www.fussball.de/frauen-wm-schwede…_47806346/index
  • Zum Seitenanfang

Neumi266

Unser gemütlicher Moderator

Beiträge: 15 441

Wohnort: Senftenberg

Beruf: Maschinist

30

Donnerstag, 7. Juli 2011, 15:26

Handfester Dopingskandal bei der WM

Und jetzt auch noch Doping! Nach dem Ärger um Nigerias Umgang mit lesbischen Spielerinnen, der "Handspiel-Affäre" und dem Stromausfall in Dresden ist die WM um einen weiteren Aufreger reicher: Zwei Spielerinnen aus Nordkorea, Song Jong Sun und Jong Pok Sim, sind positiv auf eine verbotene Substanz getestet und kurzfristig aus der Aufstellung für die Begegnung in Bochum gegen Kolumbien (0:0) gestrichen worden. Die Proben seien in den ersten beiden Spielen gegen die USA (0:2) und Schweden (0:1) genommen worden.
In der A-Probe sei eine verbotene Substanz der "Gruppe S1B" (u.a. Testosteron) festgestellt worden, teilte der Chefmediziner des Weltverbandes FIFA, Jiri Dvorak, nach dem letzten Gruppenspiel der Nordkoreanerinnen mit. Zweifel an der Richtigkeit der Annahme gibt es kaum: "In 99 Prozent aller Fälle bestätigt das Ergebnis der B-Probe das der A-Probe."

Das ganze Team muss zur Kontrolle
Nach dem Spiel gegen Kolumbien wurde die komplette Mannschaft des Vizemeisters aus Asien von den FIFA-Verantwortlichen zur Dopingkontrolle geführt. "Das ist ein einmaliger Vorgang bei Weltmeisterschaften. Aber wenn es zwei positive Proben in einer Mannschaft gibt, schreiben die Regularien dieses Prozedere vor", erklärte Dvorak.

Dvorak: "Heute ist ein sehr trauriger Tag"
Seit dem Beginn seiner Tätigkeit 1994 habe es das erste Mal bei Männer- und Frauen-Weltmeisterschaften gleich zwei Dopingfälle in einem Team gegeben, sagte Dvorak und ergänzte: "Heute ist ein sehr trauriger Tag." Vor Beginn des Turniers war bereits die kolumbianische Torhüterin Yineth Varon vom Weltverband FIFA wegen Dopingverdachts vorläufig gesperrt worden.

Harsche Kritik von Zwanziger
DFB-Präsident Theo Zwanziger hat unterdessen empört auf die Dopingaffäre reagiert und Nordkorea hart kritisiert. "Dieser Vorfall unterstreicht den Eindruck von einem menschenverachtenden System in Nordkorea, in dem versucht wird, Sportler mit allen Mitteln zu Erfolgen zu führen. Erfolge, die dann für staatliche Propaganda missbraucht werden können", sagte Zwanziger und fügte mit Blick auf die funktionierenden Kontrollen hinzu: "Es ist positiv zu bewerten, dass die Aufklärungsmechanismen der FIFA im Kampf gegen Doping offenbar funktionieren."

Sportlicher Widerstand
Dennoch will der DFB laut Zwanziger weiter seinen Beitrag dazu leisten, dass ein politisches System wie in Nordkorea vor allem auch durch sportliche Begegnungen aufgebrochen wird. "Diesbezüglich sind wir durch unsere Bemühungen vor und während der Weltmeisterschaft sicher ein Stück weitergekommen. Das zeigen die humanitären Gesten der nordkoreanischen Regierung und die Einladung der US-amerikanischen Frauen-Nationalmannschaft nach Nordkorea, die der nordkoreanische Sportminister nach dem WM-Spiel in Dresden ausgesprochen hat", sagte er.

http://sport.t-online.de/frauen-wm-2011-…_47812736/index
  • Zum Seitenanfang

Neumi266

Unser gemütlicher Moderator

Beiträge: 15 441

Wohnort: Senftenberg

Beruf: Maschinist

31

Sonntag, 10. Juli 2011, 16:33

Neids schlimmste Niederlage

Nach dem überraschenden Aus gegen Japan war die Bundestrainerin ihrer Mannschaft noch einmal ganz nah. Im obligatorischen Kreis nach Spielschluss suchte Silvia Neid den Schulterschluss und spendete Trost. Aber irgendwie lässt sich der Eindruck nicht verwischen, dass zwischen ihr und den entthronten Titelverteidigerinnen die Distanz stark gewachsen ist - nach der schlimmsten Niederlage ihrer Trainerkarriere.(Die besten Bilder von Deutschland gegen Japan)
"Worüber soll ich mir persönlich Vorwürfe machen?", fragte Neid nach den 120 Minuten im dramatischen Viertelfinale von Wolfsburg und fügte mit dem Zeigefinger Richtung eigener Elf hinzu: "Dass ich die Bälle nicht selbst reingemacht habe? Wir hätten heute noch drei Stunden länger spielen können und hätten nicht getroffen." Für Selbstkritik war bei der Bundestrainerin nach dem sensationell frühen Scheitern gegen den Außenseiter kein Platz.

Angerer bekommt die Schuld
Stattdessen schob sie den schwarzen Peter einfach an Torhüterin Nadine Angerer weiter. "Das war so ein spitzer Winkel, der Ball darf eigentlich nicht reingehen", urteilte Neid über den Siegtreffer der eingewechselten Japanerin Karina Maruyama in der 108. Spielminute. Klar sah Deutschlands Nummer eins beim Gegentor unglücklich aus. Aber dass sich die Bundestrainerin nicht vor ihre langgediente Weggefährtin im Kasten der Nationalelf stellte, ist schon sehr ungewöhnlich. Es ist einer von vielen kritikwürdigen Aspekten, mit denen sich Neid nach dem Aus bei der WM im eigenen Lande auseinandersetzen muss.

Frust bei den DFB-Frauen, lange Pause für Kulig
Punkt eins: Die deutsche Mannschaft war offenbar unzureichend darauf vorbereitet, dem Druck einer WM im eigenen Lande standzuhalten. Ganz augenscheinlich zu sehen war das beim zweiten Gruppenspiel gegen Nigeria, als das DFB-Team trotz haushoher Überlegenheit nie ins Spiel fand. Auch gegen Japan wirkte das Team gehemmt und in der entscheidenden Phase sogar kopflos. Der Heimvorteil hatte sich zu einem Nachteil gewandelt, den die Gäste dankbar nutzten: So hatte Japans Trainer Norio Sasaki bewusst ein Elfmeterschießen in Kauf genommen. Wohl kalkulierend, dass die deutsche Elf diese zusätzliche Nervenbelastung vermeiden und so bei der Suche nach der frühzeitigen Entscheidung Fehler produzieren würde.

Lediglich Vorbereitungsweltmeister
Punkt zwei: Vom Vorbereitungsweltmeister Deutschland - vier Siege in den Testspielen mit 15:0 Toren - war im Turnier nichts mehr zu sehen. Eine starke halbe Stunde nach der Pause im ersten Spiel gegen Kanada und ein Spektakel in der zweiten Hälfte gegen zehn Französinnen - das war‘s mit der spielerischen Herrlichkeit beim hoch gehandelten Titelverteidiger. Das deutsche Team hat während des gesamten Turniers nicht seine Linie gefunden und wurde gegen ein technisch überlegenes Team wie Japan sogar auf seine körperliche Größe und Kraft degradiert. Ein Rückschritt im internationalen Vergleich, für den natürlich auch die Trainerin zuständig ist.

Demütigungen statt Souveränität
Zumal sie, Punkt drei, während des Turniers diskussionswürdige Personalentscheidungen traf. Ihre Kapitänin Birgit Prinz hat schlecht gespielt in den ersten beiden Partien. Aber die Rekordnationalspielerin zunächst mit ihrer frühen Auswechslung gegen Nigeria zu demütigen, nur um nach dem Frankreichspiel beinahe beiläufig auszuplaudern, Prinz selbst sehe sich mental nicht in der Lage, zu spielen, war war erneut wenig souveräner Führungsstil.
In anderen Fällen, wenn auch nur in Details, reagierte Neid zu spät oder ohne Plan. Gegen Japan etwa hätten sich weder Celia Okoyino da Mbabi noch Inka Grings beschweren können, wenn sie zur Pause in der Kabine geblieben wären. Doch Neid wechselte von den beiden Heldinnen des Frankreichspiels nur Grings aus - und das erst in der Verlängerung. Ihre Begründung, die eingewechselte Alexandra Popp sei ja auch nicht besser als die andere gewesen, klingt nach Ausrede. Auch die Aussage, die Mannschaft sei vom Kreuzbandriss Kim Kuligs geschockt gewesen, verschleiert lediglich, dass die folgende taktische Umstellung - Linda Bresonik von der Abwehr ins defensive Mittelfeld - ein Missgriff war, den Neid mit der Einwechslung Lena Goeßlings in der 65. Minute selbst reparierte.

Schlechte Verliererin
Dass Neid bei Pressekonferenzen oft auf schmalem Grat zwischen gesundem Selbstbewusstsein und fachlicher Arroganz wandelt, ist ausschließlich ein Problem für die anwesenden Journalisten. Aber dass sie sich zudem als schlechte Verliererin präsentiert, passt irgendwie nicht zum WM-Motto "2011 von seiner schönsten Seite." "Ich kann nicht behaupten, dass Japan verdient gewonnen hat", sagte die Bundestrainerin nach dem WM-Aus trotzig. Selbst wenn es so wäre - als Trainerin des WM-Gastgebers wäre bei allem Schmerz ein wenig
Demut und Höflichkeit angebracht gewesen.
Genug Stoff also für eine Manöverkritik an der Bundestrainerin. Erst recht, da die Mannschaft durch das Verpassen des Mindestziels Halbfinale auch die Qualifikation für Olympia 2012 verspielt hat. Die Vorzeigefrau des deutschen Damenfußballs, vor einigen Wochen noch als weiblicher Jogi Löw und als die Zukunft der Trainerzunft gepriesen, ist durch das WM-Debakel erst einmal entzaubert worden. Ihre Kritiker wagen sich jedenfalls schon aus der Deckung und könnten eine Neid-Debatte entfachen. Potsdams Trainer Bernd Schröder kritisiert die frühzeitige Vertragsverlängerung durch den DFB bis 2016. "Warum wurde der Vertrag mit Neid ohne Not vor der WM verlängert? Ein Vertrag, der nun nicht mal mehr die Buchstaben auf dem Papier wert ist."

http://sport.t-online.de/frauen-wm-2011-…_47891872/index
  • Zum Seitenanfang

Neumi266

Unser gemütlicher Moderator

Beiträge: 15 441

Wohnort: Senftenberg

Beruf: Maschinist

32

Sonntag, 10. Juli 2011, 16:36

DFB-Frauen bei Olympia nur Zuschauer

Für die deutsche Frauen-Nationalmannschaftkommt es knüppeldick: Erst die bittere Viertelfinal-Pleite gegen Japan, nur rund 16 Stunden später das Olympia-Aus. Und das auch noch quasi am Fernseher. Denn durch den 3:1-Sieg Schwedens im Viertelfinale gegen Australien sicherten sich die Skandinavierinnen das Ticket für London 2012. Die beiden besten europäischen Teams der WM und die Gastgeber sind dabei, also neben Schweden noch Frankreich und England.
Bundestrainerin Silvia Neid überraschte mit einer ganz eigenen Reaktion auf diese an sich sehr unerfreuliche Nachricht: "Das bedeutet, dass wir nun eineinhalb Jahre Zeit haben, um uns auf die EM 2013 vorzubereiten. Unser Ziel muss es sein, bei der EM vorne dabei zu sein."

Neuer Anlauf erst 2016
Nachhaltige negative Auswirkungen befürchtet Neid nicht: "Dass wir nicht bei Olympia dabei sind, wird der Entwicklung im Frauenfußball nicht schaden." Allerdings muss die deutsche Mannschaft nun mindestens bis 2016 warten, um einen neuen Anlauf auf den einzigen großen Titel zu starten, der in der umfangreichen Trophäensammlung noch fehlt. Deutschland hatte zuletzt drei Mal in Folge Olympia-Bronze geholt.
Abzuwarten bleibt, ob das Aus für London Auswirkungen auf die persönlichen Pläne der erfahrenen Spielerinnen wie Nadine Angerer oder Inka Grings (beide 32) haben wird. Bislang haben aus dem aktuellen Kader nur Birgit Prinz (33) und Ariane Hingst (31) entschieden, dass sie im Nationalteam aufhören.

http://sport.t-online.de/dfb-frauen-verp…_47895564/index
  • Zum Seitenanfang

WuselSuse

Anfänger

Beiträge: 10

Wohnort: Kerpen

Beruf: Ergotherapeutin

33

Montag, 11. Juli 2011, 17:19

Ich finds auch Schade, dass die deutschen Frauen ausgeschieden sind.
Die Spiele waren so unfassbar spannend ... also sind sie ja jetzt immer
noch aber wenn das eigene Team ausgeschieden ist, naja ... :(
Ungelegte Eier geben ungewisse Küchlein.
  • Zum Seitenanfang

Neumi266

Unser gemütlicher Moderator

Beiträge: 15 441

Wohnort: Senftenberg

Beruf: Maschinist

34

Mittwoch, 13. Juli 2011, 21:28

Eiskalte Amerikanerinnen feiern Endspiel-Einzug

Das Team USA steht kurz vor dem Ziel seiner Träume: Die Amerikanerinnen haben die Hürde Frankreich genommen und sich dank eines glücklichen 3:1 (1:0) für das WM-Endspiel qualifiziert. Im Nieselregen von Mönchengladbach schoss Lauren Cheney die Mannschaft von Trainerin Pia Sundhage schon in der 9. Minute in Führung. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Sonia Bompastor brachten Goalgetterin Abby Wambach und Alex Morgan die USA auf die Siegerstraße zurück.
Damit haben die US-Girls die Chance, zum dritten Mal Weltmeister zu werden und damit am deutschen Frauen-Team vorbeizuziehen. Zuletzt konnten die Amerikanerinnen 1999 die WM-Trophäe erringen.

Hope mit einer spektakulären Parade
Vor 25.676 Zuschauern im durchnässten Borussia-Park entwickelte sich zu Beginn eine ausgeglichene Partie, mit leichten Vorteilen für den Außenseiter Frankreich. So prüfte Louisa Necib bereits in der Anfangsphase US-Keeperin Hope Solo und zwang sie zu einer spektakulären Parade. Bereits im Gegenzug schlugen die abgezockten Amerikanerinnen zu: Heather O'Reilly setzte sich geschickt auf der linken Seite durch und flankte hart nach innen, Cheney versenkte den Ball eiskalt im langen Eck.
Die giftigen Französinnen zeigten sich wenig beeindruckt vom frühen Rückstand und machten weiter Druck. Am Abwehrriegel der USA, die auf die rotgesperrte Rachel Buehler verzichten mussten, scheiterten aber zunächst die Angriffsbemühungen der Equipe Tricolore. Erst in der 29. Minute wurde es wieder brenzlig im Strafraum. Necib schickt mit einem Traumpass Gaetane Thiney auf die Reise, doch ihr Schuss wurde von der glänzend aufgelegten Solo abgewehrt.

Amerikanerinnen verlegen sich aufs Kontern
Kurz darauf wäre die Keeperin allerdings machtlos gewesen: Nach einem Freistoß zog Frankreichs Kapitänin Sandrine Soubeyrand ab, doch der Ball klatschte nur an die Unterlatte. Frankreich versuchte es nun bis zur Pause aus allen Lagen, jedoch ohne Erfolg. Oft fehlte die letzte Genauigkeit. Die Amerikanerinnen verlegten sich notgedrungen auf Konter, die aber nichts einbrachten.
Nach der Pause änderte sich zunächst wenig. Das Team von Coach Bruno Bini ließ die USA durch frühes Stören nicht in die Partie kommen und versuchte, das Tempo hochzuhalten. Die Amerikanerinnen kamen mit dem französischen Pressing überhaupt nicht zurecht, kaum eine Aktion gelang. Dann endlich der verdiente Lohn für die Französinnen: Eine lange Flanke von Soubeyrand lenkte Sonia Bompastor unhaltbar zum 1:1-Ausgleich ins Tor.

Der Favorit übernimmt erst spät das Kommando
Auch in der Folgezeit konnte der zweifache Weltmeister seiner Favoritenrolle nicht gerecht werden. Frankreich hatte die bessere Spielanlage und wirkte frischer, während das US-Team sich immer wieder selbst durch einfache Abspielfehler aus dem Konzept brachte. Erst in letzten 20 Minuten, als die Französinnen dem hohen Tempo Tribut zollen mussten, übernahm das Team von Sundhage wieder das Kommando.
Zunächst sprangen keine Chancen dabei heraus, doch in der 79. Minute schlug die amerikanische Top-Torjägerin zu: Nach einer butterweichen Ecke von Cheney stieg Wambach am höchsten und köpfte zum 2:1 ein. Torhüterin Berangere Sapowicz machte dabei keine gute Figur.

Morgan macht den glücklichen Finaleinzug perfekt
Kurz darauf machten die USA alles klar. Die eingewechselte Alex Morgan lief allein auf das Tor der Französinnen zu und behielt die Nerven: Ihr Lupfer über Sapowicz landete im Netz. Damit war der Widerstand Frankreichs gebrochen. Die USA feiern einen glücklichen Sieg und ziehen etwas unverdient ins WM-Finale ein.

http://sport.t-online.de/wm-2011-usa-stu…_47999022/index
  • Zum Seitenanfang

Neumi266

Unser gemütlicher Moderator

Beiträge: 15 441

Wohnort: Senftenberg

Beruf: Maschinist

35

Donnerstag, 14. Juli 2011, 07:17

Japans "Prachtnelken" stürmen ins Finale

Japan heißt der Endspielgegner der USA bei der Frauen-WM 2011. Die Asiatinnen besiegten Schweden im Halbfinale mit 3:1 (1:1) und fordern im Finale den zweimaligen Weltmeister. Nach dem Viertelfinal-Sieg gegen das DFB-Team lieferten die Nadeshiko, die Prachtnelken, auch gegen den Ausrichter der EM 2013 eine starke Vorstellung ab.
Josefine Öqvist (10. Minute) hatte Schweden in Führung geschossen, die Nahomi Kawasumi (18.) egalisierte. Nach dem Wechsel sorgten Homare Sawa (60.) und erneut Kawasumi (64.) für den hochverdienten Erfolg.

Öqvist schießt Schweden in Führung
Vor 45.434 Zuschauern in Frankfurt begann Schweden aggressiv und wurde früh belohnt. Öqvist eroberte nach einem kapitalen Querpass im japanischen Aufbauspiel den Ball und wuchtete das Spielgerät aus halblinker Position ins rechte obere Eck (10.).
Japan kam schwer in die Partie und konnte das gewohnte Kombinationsspiel zunächst nur selten aufziehen. Wie aus heiterem Himmel fiel der Ausgleich für die Nadeshiko. Die erste gelungene Offensivaktion verwertete Kawasumi zum 1:1. Nach wunderbarer Flanke von Aya Miyami war die Stürmerin, die Yuki Nagasato von Turbine Potsdam in der Startelf ersetzte, zur Stelle (18.). Ihr abgefälschter Kopfball fand den Weg durch die Beine von Torhüterin Hedvig Lindahl.

Japan nach dem Ausgleich überlegen
Mit dem Ausgleich kippte die Partie. Kurze Zeit später hatte Kawasumi die Führung auf dem Fuß, ihr Schuss aus elf Metern war aber sichere Beute für Lindahl (28.). Die Asiatinnen übernahmen das Kommando, Schweden wurde nach starkem Beginn in die eigene Hälfte gedrängt und brachten bis zur Halbzeit in der Offensive nichts mehr zustande.
Schon zur Pause hätten sich die Mannschaft von Trainer Thomas Dennerby nicht über einen Rückstand beschweren dürfen. Zunächst scheiterte Miyami mit einem Freistoß aus 20 Metern nur knapp (34.). Dann wurde Kawasumis Schuss aus 19 Metern zur Ecke geblockt (38.).

Schweden bleibt zu harmlos
Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Japan blieb das bessere Team. In der 47. Minute fasste sich Shinobu Ohno ein Herz und zimmerte den Ball von der Strafraumkante an die Latte. Auf der anderen Seite fehlte Stürmerin Lotta Schelin die Unterstützung ihrer Mitspielerinnen. Der Star von Olympique Lyon war gegen die gut organisierte Defensive der Japanerinnen zu oft auf sich alleine gestellt.
Nach einer Stunde erzielte Sawa das längst fällige 2:1 für die Japanerinnen. Die Spielführerin nickte aus fünf Metern ein, nachdem Lindahl an einer Flanke vorbeigegriffen hatte. Es war bereits der vierte Treffer im Turnier für die 32-Jährige.

Traumtor durch Kawasumi
Und die Mannschaft von Trainer Norio Sasaki spielte weiter nach vorne. Kawasumi brachte den Bezwinger des DFB-Teams mit 3:1 in Führung. Lindahl hatte einen langen Ball auf die Duisburgerin Kozue Ando genau in die Füße der Angreiferin abgewehrt, die mit einem traumhaften Heber aus 35 Metern ins leere Tor traf (64.).
Schweden reagierte und intensivierte die Offensivbemühungen. Schelin kam nach schönem Anspiel in die Gasse aber einen Schritt zu spät (68.). Insgesamt wirkten die Bemühungen der Skandinavierinnen aber zu statisch, um den Gegner unter Druck zu setzen. Die Japanerinnen kontrollierten das Geschehen.

Japan besser bis zum Schluss
In der 74. Minute durfte Doppeltorschützin Kawasumi das Feld verlassen und sich ihren verdienten Sonderapplaus abholen. Für sie kam Nagasato in die Partie. Schweden probierte es in der Schlussphase mit der Brechstange. Mehr als ein Distanzschuss von Lisa Dahlkvist, der zwei Meter am Tor vorbeistrich, gelang ihnen aber nicht mehr. Bis zum Ende blieb Japan das bessere und torgefährlichere Team.

http://sport.t-online.de/japans-prachtne…_48001246/index
  • Zum Seitenanfang

36

Freitag, 15. Juli 2011, 13:37

Ich finde es auch schade dass die Frauen raus sind, vor allem aber unnötig, dass jetzt alle den Rücktitt von Silvia Neid fordern.
Man kann doch nicht immer gewinnen! Sie haben vorher 15 WM SPiele am Stück gewonnen. Bei der WM vor 4 Jahren nicht EIN Tor kassiert (siehe beie Wikipeadia hier ).
Man sollte die Kirche mal im Dorf lassen finde ich!
  • Zum Seitenanfang

Neumi266

Unser gemütlicher Moderator

Beiträge: 15 441

Wohnort: Senftenberg

Beruf: Maschinist

37

Samstag, 16. Juli 2011, 22:26

Hammarström schießt Schweden auf Rang drei

Die Fußballfrauen Schwedens haben die herbe Kritik nach dem verlorenen Halbfinale bei der Frauen-WM 2011 gegen Japan verarbeitet und sich mit einem glücklichen 2:1 (1:0)-Sieg im kleinen Finale gegen Frankreich zumindest teilweise rehabilitiert. Stürmerstar Lotta Schelin brachte die Skandinavierinnen in der 29. Minute in Führung. Die eingewechselte Marie Hammerström sicherte mit ihrem Tor (82.) dem einstigen Titel-Mitfavoriten bei der Weltmeisterschaft Rang drei, obwohl das Team nach dem Platzverweis gegen Josefine Öqvist ab der 68. Minute in Unterzahl agieren musste. Die Französin Elodie Thomis hatte für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt (56.).
Nun können die Schwedinnen mit dem Trostpreis Rang drei in die Heimat zurückreisen. Nur 2003, als die Tre Kronors im Finale an Deutschland scheiterten, waren sie bei einer WM erfolgreicher. Die Französinnen können sich damit trösten, dass sie mit Rang vier den größten Erfolg ihrer Geschichte erzielt haben. Zudem sind Les Bleues wie die Schwedinnen für die Olympischen Spiele 2012 qualifiziert.

Fehlpässe stören den Spielfluss
Unter den Augen von FIFA-Chef Joseph Blatter, DFB-Präsident Theo Zwanziger und OK-Chefin Steffi Jones tasteten sich beide Teams erst einmal ab. Doch Mitte der ersten Hälfte übernahm Schweden das Kommando, profitierte aber auch von der Knieverletzung der französischen Spielmacherin Louisa Necib (25.), die wenig später vom Feld musste. Dann traf Schelin nach einem Traumpass von Sara Larsson zur Führung. Dabei knickte auch noch Frankreichs Torfrau Berangere Sapowicz um und wurde durch Celine Deville ersetzt.
Trotz der Schwächung hielten die Französinnen weiter dagegen und hatten bei einem Pfostenschuss von Elise Bussaglia Pech (36.). Bei den spielerisch biederen, aber in der Abwehr souveräneren Schwedinnen machte sich bemerkbar, dass die an der Wade verletzte Regisseurin Caroline Seger erneut fehlte. So störten viele Fehlpässe auf beiden Seiten lange Zeit den Spielfluss. Dennoch hätte Schelin vor der Pause auf 2:0 erhöhen können, doch dieses Mal scheiterte sie völlig frei an Deville (45.+3).

Ein Kracher entscheidet die Partie
Die Equipe Tricolore forcierte nach der Pause das Tempo, vor allem die für Necib gekommene Thomis sorgte für Gefahr. So war es auch die 24-Jährige von Champions-League-Sieger Olympique Lyon, für den auch Schelin spielt, die aus 16 Metern zum Ausgleich traf.
Nun wogte die endlich sehenswerte Begegnung hin und her - und die Schwedin Josefine Öqvist ärgerte sich, als sie nur den Pfosten traf (64.). Noch schlimmer war jedoch ihre Fehlleistung vier Minuten später, als sie gegen die starke Sonia Bompastor nachtrat und vom Platz flog. Doch die Schwedinnen rissen sich gegen die nun dominierenden Elf aus Frankreich noch einmal zusammen und kamen durch Hammarströms Kracher in die lange Ecke zum glücklichen Sieg.

http://sport.t-online.de/wm-2011-schwede…_48088198/index
  • Zum Seitenanfang

Neumi266

Unser gemütlicher Moderator

Beiträge: 15 441

Wohnort: Senftenberg

Beruf: Maschinist

38

Montag, 18. Juli 2011, 07:18

Japan stellt die Fußballwelt auf den Kopf

Das Fußballmärchen ist Wirklichkeit geworden - Japan ist Weltmeister. Das Überraschungsteam der WM 2011 hat sich mit einem dramatischen 5:3-Sieg nach Elfmeterschießen gleich bei seiner ersten Finalteilnahme die Krone des Frauenfußballs aufgesetzt. Saki Kumagai erzwang mit dem vierten Elfmeter für Japan die Entscheidung, nachdem drei von vier Amerikanerinnen im Nervenspiel versagt hatten.
Zuvor hatten Alex Morgan (69.) und Abby Wambach (104.) für die USA getroffen. Aya Miyama (80.) und Homare Sawa (117.) gelang jeweils der Ausgleich für das Team aus Japan, das seiner Leid geplagten Heimat nun einen tollen Pokal mit nach Hause bringt.

US-Willenskraft anfangs überlegen
"Jetzt sind die Fußballgötter gefragt, damit es endlich klappt", hatte Japans Trainer Norio Sasaki vor dem Endspiel gesagt - nachdem sein Team noch in der WM-Vorbereitung drei Spiele gegen die zweimaligen Weltmeister verloren hatte. Und Beistand hatte die Nadeshiko zunächst dringend nötig. Denn die körperlich deutlich überlegenen Amerikanerinnen brachen mit Urgewalt über ihre Gegnerinnen herein und spielten sich bereits im ersten Durchgang sieben allerbeste Chancen heraus.
Schon noch 30 Sekunden hätten der Weltranglistenerste in Führung gehen können, als Lauren Cheney frei vorm Tor der Japanerinnen auftauchte und Torhüterin Ayumi Kaihori gerade noch zur Ecke klären konnte. Nicht viel besser machte es Cheney in der 34. Minute, als sie unbedrängt einen Kopfball übers Tor jagte. Zuvor waren bereits Abby Wambach mit einem Weitschuss (9.), Carlie Lloyd (11.) und Megan Rapinoe (12.) gescheitert.

Steinhaus leitet souverän und gut
Außerdem hatten die Japanerinnen gleich zwei Mal Glück mit dem Aluminium. So setzte die quirlige Rapinoe den Ball an den Außenpfosten (17.), und Wambach donnerte die Kugel aus 20 Metern an die Querlatte. Vor dieser besten Chance der USA hatte die deutsche Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus richtig auf Vorteil erkannt und trotz des Foulspiels an Cheney im Mittelfeld weiterspielen lassen.

Japan kam nicht richtig ins Spiel und konnte sein gefürchtetes Kurzpassspiel nicht vernünftig aufziehen. Erst in der 31. Minute gab das Team den ersten Torschuss überhaupt ab. Nach dem Traumpass von Aya Sameshima brachte Kozue Ando aber nicht genug Druck hinter den Ball, um US-Keeperin Hope Solo in Gefahr zu bringen. Ein Treffer hätte die Partie zu diesem Zeitpunkt aber auch völlig auf den Kopf gestellt.

Morgan ersetzt Cheney
Nach dem Wechsel erlöste Trainerin Sundhage die unglückliche Cheney und brachte Alex Morgan. Doch neue Stürmerin, altes Leid: Morgen setzte in ihrer ersten Aktion den Ball an den Innenpfosten, Die taumelnde Abwehr der Nummer vier der Frauenfußballwelt konnte gerade noch klären (48.). Die zahlreichen US-Fans unter den 48.817 Fans in Frankfurt dagegen rauften sich die Haare - mal wieder.
Plötzlich meldeten sich die Japanerinnen im Spiel zurück. Regisseurin Homare Sawa legte endlich die Zurückhaltung ab und knüpfte an ihre bisherigen Turnier-Glanzleistungen an. Erst schickte sie mit einem Traumpass Yukari Kinga auf die Reise, doch die weit aufgerückte Verteidigerin schoss übers Tor. Keine Minute später spielte Sawa Shinobu Ohno frei, doch die Stürmerin wurde von Steinhaus zurückgepfiffen, als sie - vermeintlich im Abseits - alleine aufs Tor zulief. Eine strittige Entscheidung.

Zwei Tore in elf Minuten
Maximales Pech für die Japanerinnen, denn ausgerechnet jetzt legten die US-Girls ihre Abschlussschwäche zu den Final-Akten. Nach einem tollen Konter hatte Joker Morgan nur noch Verteidigerin Saki Kumagai gegen sich und ließ auch Torhüterin Kaihori mit einem platzierten Schuss keine Chance: 1:0 für die Olympiasiegerinnen von 2008 in der 69. Minute. Nur elf Minuten später war das Spiel wieder offen, weil die Amerikanerinnen erstmals die Übersicht verloren und Aya Miyama das Chaos per Abstauber zum 1:1 nutzte.
Spätestens jetzt lieferten sich beide Teams einen dramatischen, offenen Schlagabtausch, der aber nicht mehr in der regulären Spielzeit entschieden wurde. Und auch nicht in der Verlängerung. Denn wieder wussten die Japanerinnen eine Antwort, nachdem Abby Wambach die Partie mit ihrem Kopfballtreffer scheinbar zugunsten der Amerikanerinnen entschieden hatte (104.). Denn als nur noch drei Minuten zu spielen waren, hatte Sawa die Nerven, eine Ecke per Hacke zum 2:2 ins Tor zu befördern. Es war der fünfte Turniertreffer der Japanerin, die damit zur erfolgreichsten Schützin des Turniers avancierte. Die Elfmeterlotterie musste dann entscheiden.

http://sport.t-online.de/frauen-wm-2011-…_48100600/index
  • Zum Seitenanfang

Ähnliche Themen

Die Forum Linksammlung zur Unterstützung - hier drücken

X-Stat.de