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Jan Delay als funkiger Showmaster
Kritik: Der Mann mit den Gummi-Knochen und dem Faible für stylische Kleidung gastierte mit Disko No. 1 und neuem Album im Gasometer.
Die Augenringe kollidieren fast mit der Oberlippe. Jan Delay ist schon beachtlich lange auf Tournee, schmeißt beinahe jeden Abend ein Konzert.
Das tut der Optik des gebürtigen Hamburgers mit der markanten Stimme einen kleinen Abbruch. Aber das war's dann schon mit Beeinträchtigungen. Im ausverkauften Gasometer zeigte das Springinkerl am Donnerstag, dass Stillstehen für "Kinder vom Bahnhof Soul" keine Option ist.
Türlich, türlich
Als Wegbereiter des Abends versuchte sich ein gediegener Herr in Lederjacke und Hemd: Mirko Bogojevic, besser bekannt als "Das Bo" und als Teil von "Fünf Sterne Deluxe", durfte ein bisschen auf böser Junge machen. Seit seinem Hit "'Türlich, 'türlich" sind aber auch schon zehn Jahre vergangen.
"Wien ist anders, aber ich werde euch knacken", versprach Jan Delay zu Beginn, "Let's knack!". Keine leeren Worte: Mit einem Affentempo jagten Jan Delay und die hervorragende Band Disko No. 1 von einem Hit zum nächsten.
Dabei mixte der Mann mit den Gummi-Knochen und dem Faible für stylische Kleidung Altes und Neues zu einem flotten Überraschungsmenü.
Von seinem aktuellen Album "Wir Kinder Vom Bahnhof Soul" kamen Songs wie "Hart im Showgeschäft", "Disko" und "Rave Against The Maschine". Dazwischen widmete der 33-Jährige seiner liebsten Bühne in Wien, dem Flex, den Song "Vergiftet", brachte das Publikum zum Springen und Schunkeln und seinen Posaunisten in den Kopfstand, imitierte kurz Falco und shakte wieder quer über die Bühne.
Glitzer, Glamour
Viel Bling Bling gab es beim Outfit - Ohrmikro, Discostock und die Kleider der Sängerinnen glitzerten um die Wette. Aus seiner Vorliebe für Stil und Glamour macht Jan Delay auch auf der Bühne kein Geheimnis.
Nach fünf Songs in drei Zugaben - darunter die Dauerbrenner "Klar" und "Irgendwie, irgendwo, irgendwann" - war Schluss mit der Überdosis Soul.
Musik, Stil, Show - bei Jan Delay läuft diese Maschinerie wie am Schnürchen ohne dabei durchgeplant oder lieblos zu wirken. Das Ergebnis: Fröhlicher Funk für fröhliche Menschen, und die Erkenntnis: "Wenn du denkst es geht nicht mehr, dann kommt von irgendwo diese Mukke her."
Quelle: kurier.at