Erster Gast in eigener Ausstellung!
Der Meister hat sich arg verfahren. Doch keine Panik – wenn man Udo Lindenberg heißt...
Sieben Stunden (statt dreieinhalb) gurkte er von Hamburg ins östliche Brandenburg. Und blieb wie immer cool: „Ja, sehr exotisch hier – wir haben einen Fuchs gesehen...“
Udo ist zur Ausstellung „Grand Hotel Abgrund – Dichtung und Dichter im Hotel“ auf Schloss Neuhardenberg angereist. Dort wurden sein Atelier und seine Suite aus dem feinen Hamburger Atlantic-Hotel (hier residiert er seit rund 15 Jahren) nachgebaut.
Udo-mania im Schloss!
Kurz nach 23 Uhr führt Udo, gestärkt mit Salat mit Hähnchenstreifen, BILD in die Ausstellung. Udo, zum besonderen Anlass mit sandfarbenem Panama-Hut, ist also selbst sein erster Gast.
Er posiert am Eingang hinter der „Grand Hotel“-Rezeption, nimmt eine Schaufensterpuppe in Hotelpagen-Uniform in den Arm. Und bleibt wie angewurzelt vor einer Hotel-Tür stehen: „Sieht aus wie bei mir zu Hause im Atlantic.“ Sein Freund Manfred Besser erklärt: „Haben wir alles originalgetreu nachbauen lassen.“
Auch das „Spitzwegstübchen“, in dem Lindenberg seit 13 Jahren seine berühmten Likörelle malt, ist detailliert nachgestellt. Lindi zeigt: „Da drüben an dem Tisch – das ist so ‘n uralter massiver Holztisch – male ich. Oder an der Staffelei. Alles ganz schön eng, voll mit Bildern, Eimern, Pinseln. Aber ich bin ja zierlich gebaut...“
Dann entdeckt er das sogenannte Bravo-Treppchen: „Da haben sich früher die Liftboys draufgestellt, wenn die besonders gut gearbeitet haben. Jetzt stelle ich mich manchmal drauf – wenn ein Bild besonders gut gelungen ist.“
Auf der Staffelei sehen wir ein unfertiges Werk – zwei Männer, die sich die Hand geben, einer steht auf dem Kopf. Lindi: „Das ist der Pakt Paradox. Abgeleitet vom Faust.“ Warum liebt Lindi das Leben im Hotel?
„An der Bar treffe ich immer viele Panik-Sympathisanten. Die würde ich hinter dicken bourgeoisen Mauern nicht sehen...“
Gestern Abend eröffnete der Panik-Rocker die Ausstellung (bis 25. Oktober, täglich 11-19 Uhr, außer montags) und überraschte mit einem Konzert in der benachbarten Schinkel-Kirche.
Panisch gut!
Quelle: bild.de