Bewährungsstrafe für "Lindenstraßen"-Schauspieler
In der "Lindenstraße" spielt er den Fiesling, im wahren Leben ist er mehrfach straffällig geworden: Willi Herren wurde zu 14 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt - wegen Fahrens ohne Führerschein, vorsätzlicher Trunkenheit im Straßenverkehr und Nötigung. Doch der Schauspieler hat noch mehr auf dem Kerbholz.
Köln - Außerdem muss der Darsteller des Kleinkriminellen "Olli" in der ARD-Serie "Lindenstraße" zwei Jahre auf seinen Führerschein verzichten. Das Kölner Amtsgericht entschied am Donnerstag zudem, dass der 33-Jährige eine Geldbuße von 3000 Euro an eine Stiftung zur Vermeidung von Verkehrsopfern zahlen muss.
Der mehrfach einschlägig vorbestrafte Schauspieler war im März mit seinem Wagen in Köln unterwegs, obwohl ihm der Führerschein bereits abgenommen worden war. An einer Tankstelle hatte Willi Herren das Auto abgestellt und auf dem Weg zu einer Bushaltestelle einen zufällig vorbeikommenden Rentner grundlos vom Rad gerissen.
Eine später bei ihm entnommene Blutprobe ergab einen Alkoholwert von rund 2,35 Promille. In einem Gutachten der Kölner Universitätsklinik war ihm zum Tatzeitpunkt auch Kokainkonsum nachgewiesen worden.
"Es ist das letzte Kapitel, ich habe mit meiner Vergangenheit abgeschlossen", beteuerte der Schauspieler, der einst am RTL-Dschungelcamp teilnahm, vor Gericht. Weil sein Anwalt glaubhaft versicherte, dass sein Mandant nun auf dem rechten Weg sei, diverse Entzugs- und Psychotherapien absolviere und darüber hinaus in Schulen in eigener Sache Vorträge über Alkohol- und Drogenabhängigkeit halte, beantragte der Ankläger lediglich eine Bewährungsstrafe.
"Das ist ein letzter Warnschuss, bei nächstem Mal droht Gefängnis", gab die Richterin Herren mit auf den Weg.
"Willi wird das Urteil so akzeptieren", sagte sein Manager Manuel Pielka SPIEGEL ONLINE. "Er ist für die Chance sehr dankbar."
Quelle: spiegel.de